LSC Attendorn-Finnentrop

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Wie wird man Segelflieger

"Der Traum vom Fliegen"

von Christian Müssemeyer

Nur Fliegen ist schöner, so heißt es in der Werbung. Und es stimmt: Wer sich den Traum vom Fliegen erfüllen will, der findet im Segelflug ein Hobby, welches Jung und Alt begeistert, den 14jährigen genauso wie den Älteren. Einmal dabei, verschreibt man sich oft ein Leben lang dem Segelfliegen, weil einen die Begeisterung vom Fliegen nicht mehr loslässt. Viele Berufspiloten haben als Segelflieger angefangen. Wie kann man anfangen?

Der erste und wichtigste Schritt ist der Weg zum Flugplatz. Dort bekommt man alle Informationen, die man braucht. Natürlich müssen Segelflieger gesund sein, jedoch werden keine übertriebenen Anforderungen gestellt. So ist eine Brille kein Hindernis zum Fliegen.

Die Anfängerausbildung erfolgt auf dem Doppelsitzer, der Schüler sitzt vorne, der Lehrer sitzt hinter ihm und steuert das Segelflugzeug vom hinteren Sitz aus. Der Fluglehrer zeigt dem Flugschüler, wie das Flugzeug zu fliegen ist und der Schüler übernimmt mit jedem Flug mehr und mehr die Steuerung des Flugzeuges. Nach etwa 40 bis 50 Flügen kann der Schüler das Segelflugzeug selbst fliegen, so dass der Lehrer nicht mehr mitzufliegen braucht.

Der erste Alleinflug ist für jeden Flugschüler ein ganz einschneidendes Erlebnis, welches er nie vergisst. Zum ersten Mal völlig allein ein Segelflugzeug zu fliegen, das ist schon eine Herausforderung. Dieses dürfen schon 14 jährige. Mit drei Alleinflügen hat der Schüler seine A-Prüfung bestanden.

Nach weiteren 20 Alleinflügen auf dem Schuldoppelsitzer erfolgt die Umschulung auf einen der zahlreichen Einsitzer im Verein. Zuvor gibt es eine gründliche theoretische Einweisung. Auf dem Einsitzer kann er Flugzeit und Flugerfahrung sammeln. Schon mit Fluglehrer hat er das Kurbeln in zahlreichen Bärten – so bezeichnen Segelflieger die thermischen Aufwinde – gelernt. Jetzt kann der Schüler selbst diese Bärte (Aufwinde) suchen und ggf. stundenlang fliegen. Er muss sich orientieren können, d.h. er muss immer wieder zum Flugplatz zurückfinden, wobei der Biggesee als auch das Hochstaubecken als Orientierungsmerkmal gute Dienste leisten.

Wenn der Flugschüler das Fliegen in den thermischen Aufwinden sicher beherrscht, erfolgt als nächste Ausbildungsstufe der Überlandflug. Mit einem doppelsitzigen Segelflugzeug kurbeln sich die Piloten in der Thermik bis an die Wolken und gleiten dann die Höhe ab. Das Sauerland ist ein thermisch sehr gutes Gebiet und deshalb bei Segelfliegern sehr beliebt. Schon als Schüler lernen die angehenden Piloten bei zahlreichen Überlandflügen die Schönheiten des Sauerlandes von oben kennen. Flüge rund um den Biggesee, nach Attendorn, Olpe, Meschede, Brilon, Winterberg, Breitscheid und Siegerland hat jeder Schüler mitgemacht.

Natürlich gehören zum Fliegen auch theoretische Kenntnisse in den Fächern Technik, Aerodynamik, Navigation, Wetterkunde, Luftrecht und Sprechfunk. Diese theoretischen Kenntnisse werden in den Wintermonaten vermittelt. Die Ausbildung zum fertigen Segelflugpiloten dauert ca. 2 – 3 Jahre. In der Ausbildung darf der angehende Segelflugpilot auch alleine Fliegen. Für den Pilotenschein muss er 25 Stunden, davon mindestens 10 Stunden allein fliegen.

Sobald der Schüler die theoretische Prüfung bestanden hat, darf er allein Überland fliegen. Der erste Überlandflug ist der 50 km Flug, meistens nach Brilon oder nach Breitscheid. Nach dem 50 km Flug kommt die praktische Prüfung und mit Aushändigung der Segelfluglizenz darf der Segelflieger dann auch Fluggäste mitnehmen.

Wer einmal vom Segelflug-Virus befallen ist, für den gibt es keine Heilung mehr. Ich kenne jedoch keinen, der darunter gelitten hat. Im Gegenteil, allen macht es sehr viel Spaß und jeder freut sich, wenn er nur durch Sonnenenergie angetrieben, Strecken von teilweise mehreren hundert Kilometern im Segelflug zurücklegen kann. Der Weltrekord beim Streckenüberlandflug liegt bei 3.000 Kilometern. Dieser Rekord wurde in den Anden geflogen.

Segelflug ist einerseits ein Gemeinschaftssport und andererseits sehr individuell. Gemeinschaftssport, weil der Pilot nur durch die Hilfe anderer in die Luft kommt. Alle müssen beim Flugbetrieb mit anpacken, ob beim Ausräumen oder Einräumen oder als Starthelfer oder als Schlepppilot. Individuell, weil der Pilot beim Überlandflug ganz allein die Landschaft genießen kann und völlig auf sich allein gestellt ist.

Wer mit dem Segelflug beginnen möchte, ist beim Luftsportclub Attendorn-Finnentrop richtig. Hier findet er einen der schönsten Flugplätze im Sauerland und eine nette Gemeinschaft. Das sind die besten Vorraussetzungen zum Fliegen.

 

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